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BIO
Irgendwann hat man und Frau beschlossen, dass es Zeit ist, dass ich das Licht der Welt erblicke.
Am 27.03.1960 war es dann so weit, ob ich wollte oder nicht, denn gefragt hat mich keiner. Es folgte ein kräftiger Klaps, angeblich damit ich durch das folgende Gebrüll ordentlich Luft bekam. Ich selber dachte aber eher:" Na, das fängt ja gut an" und mir wurde klar, dass das, was da so vor mir liegt, bestimmt nicht einfach werden wird.
Ein paar Jahre später hörte ich dann so etwas wie "der Ernst des Lebens fängt jetzt bald für dich an" und wurde zur Schule geschickt.. Ich wäre jetzt groß ! Auch wieder einer der vielen kleinen Lügen, denn in Wirklichkeit ragte meine Nasenspitze immer noch kaum über die Tischkante. Auf kleinen Schiefertafeln (jaja, so etwas gab es damals noch) und einigen bunten Kreidestiften lernte ich lesen, rechnen und dass es nicht viel bringt, wenn man beim Nachbarn abschreibt, besonders wenn die eigenen Lösungen richtig waren, die vom Nachbarn aber nicht.
Danach ging es zum Gymnasium. Auch dort lernte man viel, z.B. dass die Einsen und Zweien aus der Grundschulzeit auf einmal zu Dreien und Vieren mutierten und dass man bei einem reinen Jungen-Gymnasium doch wohl irgendetwas verpasst.
Zwar mit den schlechtesten Noten im Abitur und einem miserablen Durchschnitt, aber ohne die berühmte Ehrenrunde, wurde auch dieser Abschnitt beendet und da man ja bekanntlich nicht für die Schule, sondern das Leben lernt, weiß ich nun, wo ein Loch in einem Fass gemacht werden muß, damit in einer Minute 10 Liter Wasser rauslaufen und wie die Formel dazu lautet. Ohne so etwas könnte ich heute wohl kaum existieren.
Man hatte das noch gar nicht so richtig hinter sich, da meldeten sich einige Herren, die wollten, dass ich meinen Dienst für das Vaterland leiste, indem ich wie bei meinem Sportlehrer stramm stehe und gehorche. Da ich mir jedoch etwas anderes vorstellte, nahm ich es in Kauf, dass 5 ältere Herren im Rentneralter mir seltsame Fragen stellten, um damit etwas zu prüfen: mein Gewissen.
Anscheinend hatte ich eines, denn kurze Zeit später leistete ich meinen Zivildienst in einem Altenheim.
Danach folgte die große Frage:" Und was nun ?"
"Es sollte etwas Kreatives sein und es sollte mit Menschen zu tun haben," teilte ich einer Dame bei der Berufsberatung mit.
Obwohl mein Vater der Meinung war, dass ich genug Kraft hätte, um bei Demos die schweren Transparente zu tragen, studierte ich: Sozialpädagogik. Nach den Erfahrungen in der Schule war es mehr als nur eigenartig, dass "erwachsene" Menschen, die sogar Professoren waren, auf einmal auch meine Meinung wissen wollten.
Auch wenn damals der Druck von meinen Mitstreitern recht groß war (man mußte BAP, Degenhardt und die BOTS mögen, bei "Amnesty" und "Greenpeace" sein und mindestens in 5 Einrichtungen als Honorarkraft arbeiten) war es eine schöne Zeit, vor allen Dingen weil es eine kleine, überschaubare Fachhochschule mit wirklich guten Professoren war (naja, zwei vergessen wir mal schnell wieder.)
Bereits während des Studiums habe ich als Honorarkraft in einem Kinderheim gearbeitet und so konnte ich auch dort mein Jahrespraktikum machen und, welch ein Glück, anschließend auch dort bleiben. So gingen dann 8 Jahre ins Land. Es folgte ein Wechsel in "Haupthaus" des Jugendamtes zu einer Fachgruppe mit dem Schwerpunkt "Hilfe zur Erziehung" und "Trägerberatung", was sich im Laufe der Jahre in Richtung "Jugendhilfeplanung" änderte.
Knappe 10 Jahre weiter.....Eine Dienstbesprechung im Januar 2003: mit der Abteilungsleitung sollte besprochen werden, wie wir die Beratung des Bezirkssozialdienstes gestalten sollen. Tja, und so kamen wir mit ca.100 bis 130 Seiten Ausdrucke mit gaaaanz wichtigen Zahlen an. Die wollte man schließlich haben.......nur uns dann nicht mehr. Man teilte uns mit, dass man beschlossen hat, unsere Gruppe aufzulösen. Aber man hatte für jeden schon eine Idee und wollte nach einer 10minütigen Pause wissen, was wir davon halten.
Ich wechselte dann im Juli 2003 zur IT-Koordination des Jugendamtes.
Der Zeitpunkt war nicht gerade der Idealste....3 Monate zuvor, am 31.03.2003, stirbt überraschend meine Freundin..., nur ein paar Türen entfernt von meinem Büro.
Und jetzt warte ich darauf, was das Leben sonst noch so an Überraschungen, Fallen und Stolpersteine für mich bereit hält......
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